Wirtschaftliche Perspektiven

Apothekensterben beschleunigt sich

16.601 Apotheken – und der Rückgang geht weiter

Ende 2025 ist die Zahl der Präsenzapotheken in Deutschland auf 16.601 Betriebsstätten gesunken. Der niedrigste Stand seit Ende der 1970er-Jahre. Gleichzeitig verändern Rx-Versand und die Gesetzgebung seit Juli 2026 die Marktbedingungen. Der Beitrag ordnet ein, was hinter der Entwicklung steckt und was sie für Apotheken bedeutet.

Von Andreas Mattolat · CANAbene
Erstveröffentlichung Juni 2025 · aktualisiert September 2026
Präsenzapotheke als Betriebsstätte der Arzneimittelversorgung

OriginalbeitragJuni 2025

Apothekenentwicklung 2024

Der Strukturwandel beschleunigt sich

Die deutsche Apothekenlandschaft befindet sich in einem tiefgreifenden strukturellen Wandel. Ende 2024 waren 17.041 Apotheken in Deutschland registriert – ein Rückgang von 530 Betrieben gegenüber dem Vorjahr. Dies entspricht einer Schließungsrate von drei Prozent, die sich seit 2022 sogar beschleunigt hat.

Der Originaltext dokumentiert die Einschätzung zum Apothekenstrukturwandel zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung. Der Text entspricht dem Veröffentlichungsstand vom Juni 2025 und wurde nachträglich nicht verändert.

Auf einen Blick — zentrale Befunde (Stand September 2026)

16.601
öffentliche Apotheken Ende 2025
ABDA, Pressemitteilung 13. Januar 2026
−440
Betriebsstätten gegenüber Ende 2024
ABDA: 502 Schließungen, 62 Neueröffnungen
2 %
Rx-Versandanteil 2025
Kaske Group / ABDA ZDF 2026
2,07 €
Kassenabschlag je Rx-Packung seit 30. Juli 2026
GKV-Beitragssatz-
stabilisierungsgesetz

Was hat sich seit der Erstveröffentlichung verändert?

  • Bestätigt

    Der Konsolidierungstrend setzt sich fort; wirtschaftlicher Druck bleibt ein zentraler Treiber.

  • Präzisiert

    Der Rx-Versand wächst sichtbar, bleibt 2025 aber bei rund zwei Prozent Marktanteil.

  • Überholt

    ApoVWG und der Kassenabschlag von 2,07 Euro sind seit Juli 2026 geltendes Recht.

  • Neu

    Ein Versandverbot für Cannabisblüten ist geplant, aber noch nicht in Kraft.

Die Notwendigkeit einer strategischen Neuausrichtung hat sich weiter verstärkt. Präsenzapotheken müssen wirtschaftliche Belastungen, die Digitalisierung der Arzneimittelversorgung und die segmentspezifischen regulatorischen Rahmenbedingungen zugleich berücksichtigen.

01Rahmenbedingungen gemeinsam lesen

Honorar, Abschlag, E-Rezept und Segmentsregeln wirken nicht isoliert.

Die im Bestandstext beschriebene Kombination aus Kostendruck, Verwaltungsaufwand und begrenzten Gestaltungsspielräumen bleibt gültig. Neu hinzugekommen sind der geltende Kassenabschlag von 2,07 Euro, das ApoVWG ohne Fixumanhebung und ein Rx-Versand, der von niedriger Basis aus wächst. Diese Faktoren sind für die Standortentscheidung gemeinsam zu bewerten.

02Eigenständige Spielräume prüfen

Wo Gestaltung möglich ist, gewinnt die systematische Erschließung an Bedeutung.

Wo eigenständige Gestaltungsspielräume bestehen — etwa in besonderen Versorgungssegmenten oder durch regionale Service-, Beratungs- und Logistikleistungen — gewinnt deren systematische Erschließung an Bedeutung. Der Bestandstext nennt Medizinal-Cannabis als Beispiel eines Feldes außerhalb der Beschränkungen der Regelversorgung. Die aktuelle Rechtslage dazu ist offen: Ein Versandverbot für Cannabisblüten ist geplant, aber nicht in Kraft.

Einordnung für die Apotheke. Im allgemeinen Rx-Markt bleibt die Präsenzapotheke mit rund 98 Prozent Anteil der tragende Versorgungsweg. Die wirtschaftlichen und digitalen Verschiebungen sind dennoch groß genug, um Standort, Sortiment und Serviceleistung erneut zu prüfen.